Verbandkästen

Unter einem Verbandkasten versteht sich eine verkleinerte Mitnehm-Apotheke mit Verbandsmaterial und Ausrüstung für die Erste Hilfe. In Deutschland ist die Ausstattung mit einem Verbandkasten für Betriebe und öffentliche Einrichtungen gesetzlich verpflichtend. Um das Auffinden des Verbandkastens im Notfall zu erleichtern, ist die Kennzeichnung mit einem grünen Rettungskennzeichen obligat.

Der Inhalt eines Verbandkastens ist nach EG-Richtlinie und ISO-Norm definiert. So müssen neben Verbandmaterial auch Beatmungsmasken, Pinzetten und Einmalhandschuhe sowie in Betrieben zusätzliche Kompressen, Vlies-Tücher und Folienbeutel enthalten sein. Nach Verwendung muss das benutzte Material entsorgt und umgehend ersetzt werden. Auch Artikel, welche das Verfallsdatum überschritten haben, sollten durch einen zuständigen Beauftragten ausgetauscht werden. Um die Vollständigkeit und Gebrauchstauglichkeit zu gewährleisten, hat es sich in der Praxis durchgesetzt, einsatzfähige Verbandkästen zu verplomben oder mit einem Überprüfungsetikett zu versehen.

In Deutschland existieren zwei verschiedene Arten von Verbandkästen. Die kleine Ausführung DIN 13157 wurde für kleine Betriebe, Schulen und Kindertagesstätten konzipiert und ist mit 65 Teilen ausgestattet. Die große Variante DIN 13169 soll vor allem bei Notfällen in großen Betrieben und Baustellen die Erste Hilfe ermöglichen. Der große Verbandkasten ist doppelt bestückt.

Zudem werden verschiedene nicht-genormte Notfall-Boxen für Kindertagesstätten oder geriatrische Einrichtungen vertrieben. Diese sind vor allem dazu geeignet, kleine Unfälle wie Schnittwunden oder Zeckenbisse zu behandeln, ohne dafür verplombte Verbandkästen öffnen zu müssen.

Bei uns erhalten Sie sowohl den kleinen als auch den großen genormten Verbandkasten mit der erforderlichen Bestückung in vorgegebener Anzahl. Zudem bieten wir für Kindertagesstätten und Tagesmütter unsere Kindernotfall-Box und ein dazugehöriges Nachfüllset an, um auch den individuellen Bedürfnissen der kleinsten Patienten zu entsprechen. Das Spezial-Set „Senioren Heim&Pflege“ geht über die gesetzlichen Forderungen für kleine Verbandkästen hinaus und wird damit den besonderen Ansprüchen geriatrischer Patienten gerecht.

Für die gut sichtbare Anbringung an der Wand können Sie bei uns Wandhalterungen für verschiedene Verbandkästen erstehen. Auch das Rettungskennzeichen „Verbandkasten“ zur optischen Markierung in Betrieben und öffentlichen Einrichtungen vertreiben wir in unserem Online-Shop. Damit sind Sie für den Einsatz zur Ersten Hilfe ausgestattet.

Gerne versenden wir auf Wunsch auch Artikel wie Rettungsdecken oder Handschuh-Sets zur individuellen Erweiterung Ihres Verbandkastens.

 

Verbandskästen

Die regelmäßige Kontrolle von Verbandskästen ist sehr wichtig. Sie haben ein deutlich aufgedrucktes Verfallsdatum, nachdem sie nur noch für den Hausgebrauch, nicht aber für Notfälle zu nutzen sind. Außerdem muss jeder Verbandskasten auch auf Vollständigkeit überprüft werden. Daher ist es ratsam, dass wenn der Verbandskasten während der ersten Hilfe im Einsatz war, diesen direkt wieder aufzufüllen und somit für den Einsatz fertig zu stellen. Wer als private Person auf Nummer sicher gehen möchte, kann hier auch wichtige Telefonnummern, oder eigene Medikamente einlagern, um Ersthelfern eine Grundlage zur korrekten Behandlung liefern zu können.

Einsatzgebiete von Verbandskästen

Verbandskästen kommen häufig bei kleineren Verletzungen, oder Unfällen zum Einsatz. Druckverband, oder Pflaster, oder auch Mullbinden ist das, was meistens als erstes aus den Taschen und Kästen genommen wird. Sei es ein Salbenverband, eine Schnittverletzung, oder eine Verstauchung, all dass kann durch den Verbandskasten erstversorgt werden. Oft kommen die Materialien nicht über die erste Versorgung hinaus. Geschieht beispielsweise ein Unfall, wird eine Platzwunde sofort vom Ersthelfer abgedrückt. Dies geschieht bis der Notarzt, oder Sanitäter vor Ort sind und sich die Wunde selber ansehen können. Sie nutzen danach ihr eigenes Material, sind jedoch froh, wenn bereits eine Erstversorgung stattgefunden hat. Dies gibt den Rettungsassistenten die Möglichkeit sich einen ersten Überblick zu verschaffen und festzulegen, wo welche Materialien und Geräte zuerst benötigt werden.

Verbandskästen im Betrieb

Sowohl die DIN Norm DIN 13157, als auch DIN 13169 regeln den Inhalt eines Verbandskasten um den Arbeitsschutz in Betrieben zu regeln. Dabei ist bis 50 Mitarbeiter ein kleiner und bis 300 Mitarbeiter ein großer Verbandskasten Pflicht. Diese müssen für jeden sichtbar und erreichbar sein. Je mehr Mitarbeiter ein Betrieb aufzuweisen hat, desto mehr Koffer müssen auch an strategisch wichtigen Punkten platziert sein.  Der Inhalt darf nicht variieren. Er besteht aus Pflaster, Wundschnellverbänden, Kompressen, Schere Fliestuch, Dreiecktuch, und vielem mehr. Material zum Nachfüllen sollte den Mitarbeitern zu jeder Zeit zur Verfügung stehen. Zu wenig darf in den Verbandskästen nicht vorhanden sein, zu viel ist durchaus erlaubt. Jedoch sollte der Verbandskasten immer übersichtlich angeordnet sein, so dass in Notfällen eine schnelle Versorgung gewährleistet ist. Der Inhalt muss luftdicht eingeschweißt und verschlossen sein. Nur auf diese Weise wird garantiert, dass sich das Material bis zur Nutzung an einem sterilen Ort befindet. Ist eine Verpackung geöffnet, oder auch nur angeritzt, muss diese sofort durch unversehrtes Material ersetzt werden.

Verbandskästen als Lebensretter

Wenn es sich nicht grade um eine Schürfwunde am Knie handelt, oder ein kleines Schnitt im Finger, kann so ein Verbandskasten nicht nur die erste Hilfe unterstützen, sondern auch als Lebensretter fungieren. Starke Blutungen können beispielsweise durch einen gut angelegten Druckverband verringert, oder sogar gestoppt werden. Auch befindet sich im inneren oft eine Anweisung, wie eine Wiederbelebung angewendet werden soll. Wie oft das Herz massiert und dann beatmet werden muss. Diese genaue Auflistung kann ebenfalls das Leben des Verunglückten retten. Fakt ist jeder sollte helfen können, wer es nicht tut macht sich schuldig. Wer etwas falsch macht, kann dafür nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Daher sollte ein Verbandskasten immer vor Ort sein.



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